Alles was Sie über Infrarotstrahlung zur Tiefenwärmeanwendung wissen müssen

Was ist eigentlich Infrarot?

Infrarotstrahlung ist genauso wie das für Menschen sichtbare Licht, aber auch wie die hochgefährliche radioaktive Strahlung und die nützliche Röntgenstrahlung eine elektromagnetische Strahlung mit einer bestimmten Wellenlänge. Die Wellenlänge von elektromagnetischer Strahlung wird in dem Bereich sichtbaren Lichts und Infrarotstrahlung in Nanometern gemessen. Während sichtbares Licht eine Wellenlänge von 380 bis 780 nm besitzt, grenzt Infrarotstrahlung mit einer Wellenlänge zwischen 780 nm und 1 mm direkt an das Spektrum von normalem Licht an. Infrarotstrahlung wird zudem in drei Infrarotbereiche (IR-A, IR-B und IR-C) mit jeweils unterschiedlichen Wellenlängenbereichen unterteilt:

Die Infrarot-Tiefenwärmestrahlung im Spektrum des Lichts

IR-A = 780 nm bis 1400nm

IR-B = 1400 nm bis 3000nm

IR-C = 3000 nm bis 1.000.00 nm (1 mm)

 

Der für Tiefenwärmeanwendungen relevante Bereich der Infrarotstrahlung ist der IR-C-Bereich, auch fernes Infrarot oder kurz FIR genannt.

Tiefenwärmegeräte oder Infrarotkabinen sind allerdings keineswegs die einzige Quelle für Infrarotstrahlung. Infrarotstrahlung ist etwas ganz Natürliches: unsere Sonne und sogar unsere Erde (in wesentlich geringerem Ausmaß) strahlen Infrarotstrahlung aus. Klarer Vorteil von Tiefenwärmegeräten ist allerdings, dass wir mit ihnen unseren Körper intensiver Infrarotstrahlung aussetzen können, ohne dabei schädliche UV-Strahlung, wie sie etwa von der Sonne ausgestrahlt wird, auf unsere Haut zu lassen. Deshalb wird man durch die Anwendung von Tiefenwärmegeräten auch nicht braun, nach einem langen Sonnenbad allerdings schon.

Was macht Infrarotstrahlung so hilfreich?

Das Besondere an Infrarotstrahlung ist, dass sie Objekte (z.B. unseren Körper) aufwärmen kann, ohne dabei Wellenlänge von Infrarot-Strahlung erklärtdazwischen liegende Objekte (wie z.B. Luft) zu erwärmen. Warum spürt man eine sofortige Abkühlung der Umgebungstemperatur wenn die Sonne hinter einer Wolke verschwindet? Und das obwohl die Umgebungstemperatur gar nicht so schnell absinken kann, da die Umgebung (Luft, Häuser, die Straße etc.) Wärme speichert?! Es fühlt sich deutlich kälter an, weil die Infrarotstrahlung der Sonne fehlt!

Elektromagnetische Strahlung bewegt sich wellenförmig fort. Nun wird die Entfernung gemessen, die die Strahlung benötigt hat, um eine komplette Wellenbewegung durchzuführen – das Ergebnis: die Wellenlänge! Orangenes Licht (wie im Bild rechts) hat demnach eine Wellenlänge von etwa 580 nm.

Und genau hier liegt der erste große Vorteil eines Tiefenwärmegeräts gegenüber der traditionellen Heißluftsauna: die Heißluftsauna benötigt das Medium Luft, um ihre Wärme an den Körper des Anwenders zu transportieren. In einer üblichen Sauna müssen also bevor der Körper erhitzt wird, einige Kubikmeter Luft erhitzt werden. Dies ist kostspielig und ineffektiv. Zum Vergleich: bei der Nutzung eines unserer Tiefenwärmegeräte werden ca. 80% der Energie direkt vom Körper aufgenommen und lediglich 20% gelangen in die Umgebungsluft. Dadurch liegen die Betriebskosten für eine Anwendung in einer herkömmlichen Sauna bei ca. 50,00 € und die eines unserer Tiefenwärmegeräte bei gerade einmal 0,15€.

Der zweite große Vorteil der Infrarotstrahlung ist, dass sie einfacher in tieferliegendes Gewebe eindringen kann und diese Tiefenwirkung eine verstärkte Schweißproduktion hervorruft. Obwohl ein normaler Saunagang bei 85°C bis 100°C stattfindet und mehrere Saunagänge benötigt, um seine volle Wirkung zu entfalten, erreichen Sie eine wesentlich stärkere Schweißproduktion bei der Nutzung von Tiefenwärmegeräten – bei einer einmaligen Anwendung über 30-40 Minuten bei ca. 50°C. Und das, ohne das kreislaufbelastende dauerhafte Einatmen heißer Luft, wie es in einer traditionellen Sauna unvermeidlich ist.

Wofür lässt sich Infrarotstrahlung einsetzen?

Die Anwendungsmöglichkeiten für Infrarotwärme sind geradezu unbegrenzt. Sie ist gleichermaßen zur Linderung von Zerrungen, Sportverletzungen oder Rheuma, wie zum Aufwärmen vor dem Leistungssport oder zur Lockerung der Muskulatur vor einer Massage geeignet. Die kurzen Vorwärmzeiten und die hygienische Anwendung unserer Tiefenwärmegeräte sind hier besonders nützlich.

Ein ganz besonderer Effekt lässt sich jedoch aus einem Artikel entnehmen, der im Journal of the American Medcial Association erschienen ist. Die bis hin zu den Organen tiefwirkende Infrarotstrahlung erhöht demnach die Pulsfrequenz in einem solchen Ausmaß, dass die Anwendung von Infrarotstrahlung geradezu ein Herzgefäßtraining mit Konditionseffekt sei.

Diejenigen unter uns, die regelmäßig joggen, wissen, dass Sie nicht joggen gehen, um Ihre Wadenmuskulatur zu trainieren, sondern vielmehr, um die Herzgefäße zu stimulieren. Denselben Effekt hat jedoch auch die regelmäßige Anwendung von Tiefenwärme. Auch die NASA entdeckte diesen Effekt für sich: Anfang der 80er Jahre kam sie zu dem Ergebnis, dass die Steigerung der Körpertemperatur ein effektiver Weg ist, die Herzgefäße von Astronauten auf längeren Weltallaufenthalten fit zu halten.

Der Effekt, der jedoch von den meisten regelmäßigen Tiefenwärmeanwendern besonders geschätzt wird, beruht jedoch auf Folgendem: die Bildung von einem Gramm Schweiß verbraucht in etwa 0,586 kcal (laut Textbook of Medical Physiology von A. Guyton und J. Hall). Wie bereits erwähnt wurde, führt die Tiefenwirkung zu einer besonders starken Schweißproduktion, nämlich bis zu 500 ml in einer Anwendung. Nach dem erwähnten Artikel aus dem Journal of the American Medical Association entspricht das Ausschwitzen einer solchen Menge Schweiß in etwa dem Kalorienverbrauch von 3,5 bis 5 km Joggen. Personen mit gut konditioniertem Kreislauf können innerhalb einer Anwendung sogar leicht 600 bis 800 kcal ‚ausschwitzen’. Selbstverständlich ist einer der Hauptbestandteile des Schweißes Wasser, das einfach während oder nach der Anwendung getrunken werden kann, während Kalorien erst einmal nicht so leicht wieder zugeführt werden können.

Verschiedene Aktivitäten im Vergleich

Spazieren: 200 kcal
Radfahren: 300 kcal
Tiefenwärme: 300 kcal
Schwimmen: 400 kcal
Joggen: 400 kcal
Rudern: 800 kcal

 

Ein weiterer positiver Effekt, der ebenfalls auf die Stoffwechselförderung durch Infrarotstrahlung zurückzuführen ist, wurde von Herman Aihara in der Zeitschrift Macrobiotics Today vorgestellt. Ausgeschiedener Schweiß enthält nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft u.A. auch Schwermetalle und andere Giftstoffe, die nicht durch Niere und Leber ausgeschieden werden konnten. Intensives Schwitzen, wie es fast nur durch Nutzung von intensiver Infrarotstrahlung hervorgerufen werden kann, entgiftet also auch unseren Körper und wird von Herrn Aihara grundsätzlich empfohlen. Sogar bei der Entgiftung von Nikotin und Alkohol kann intensives Schwitzen äußerst hilfreich sein.

Und auch beim Stärken des Abwehrsystems können Tiefenwärmeanwendungen positive Effekte haben: der fieberähnliche Zustand in den der Körper gebracht wird, soll schädliche Viren und Bakterien abtöten oder zumindest deren Vermwehrung stark einschränken.

Im Grunde liegt die Hauptwirkungsweise unserer Tiefenwärmegeräte in den einzigartigen Eigenschaften von Infrarotstrahlung und der dadurch ausgelösten intensiven Schweißproduktion. Sowohl für gesundheits- als auch für figurbewusste Personen, bietet die Tiefenwärme mit Infrarotstrahlung eine riesige Anzahl an positiven Effekten.

Die Geschichte des Tiefenwärmegeräts

Die heilende Kraft von Wärme ist der Menschheit schon seit tausenden Jahren bekannt. Bereits die Chinesen vor 3000 Jahren haben sie bei dem traditionellen Handauflegen genutzt. Und auch der griechische Arzt Paemendides versprach:

Gib mir die Möglichkeit Fieber zu erzeugen, und ich heile jede Krankheit.

Wirklich an den gesundheitlichen Vorteilen, die Infrarotstrahlung auf unseren Körper haben kann, wird allerdings erst seit ca. 60 Jahren intensiv geforscht. Bereits 1967 stellte der Japaner Dr. Ishikawa ein erstes Modell eines Tiefenwärmegeräts vor, welches zunächst allerdings nur von medizinischem Fachpersonal und Ärzten angewandt werden durfte (etwa zur Erwärmung von Neugeborenen). Nach ca. 10 Jahren wurde es aufgrund seines geringen Risikopotenzials für den Gebrauch durch Privatpersonen in Japan zugelassen.

Um den Austausch unter Wissenschaftlern und Therapeuten über Infrarotstrahlung als Heilmethode zu unterstützen wurde in Japan eine „Infrarot Gesellschaft“ gegründet. Und auch sonst ist das Thema Tiefenwärme in Asien wesentlich verbreiteter: in Ostasien gibt es rund 30 Mio. regelmäßige Anwender von Tiefenwärme.

In Deutschland werden Tiefenwärmegerät für diese Anwendungszwecke seit ca. Anfang der 80er verwendet, wobei wir durch die Entwicklung des Tiefenwärmeanzugs sowohl hier in Europa als auch in Asien einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung dieser Systeme leisten konnten.

Zusammenfassende Fakten

Während einer Tiefenwärmeanwendung können Sie bis zu doppelt so viel Schweiß ausscheiden als während einem traditionellem Saunagang und der Schweiß enthält bis sieben Mal so viele Nichtwasserkomponenten – ohne dabei kreislaufbelastende heiße Luft einatmen zu müssen, bei wesentlich kürzeren Anwendungen und geringeren Kosten.

Sieben Tipps zum Gebrauch von Tiefenwärmegeräten

  • Trinken Sie regelmäßig vor und nach der Anwendung – am besten Mineralwasser.
  • Obstverzehr trägt zur Normalisierung des Kalziumspiegels bei.
  • Magnesiumverlust kann durch grünes Blattgemüse ersetzt werden.
  • Eine Dusche oder ein Bad vor der Anwendung kann eine höhere Schweißbildung hervorrufen.
  • Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Grippe können mehrere Anwendungen das Abwehrsystem stärken und zur Verringerung der Virusproduktion beitragen. Fragen Sie Ihren Arzt bei der Behandlung dieser und anderer Krankheiten.
  • Wenn Sie im Laufe der Zeit an die Wärme gewöhnt sind, möchten Sie vielleicht die Sitzungen auf 40 Minuten oder mehr ausdehnen. Dies kann für Gewebe und Zellen sehr nützlich sein, die sich bei optimaler Temperatur zu einer dauerhaften Struktur ausdehnen.
  • Selbstverständlich müssen Sie sich vergewissern, dass der Körper in Balance bleibt und über alle benötigten Aufbaustoffe verfügt. Fragen Sie ihren Arzt nach individueller Anwendung.
Quelle: Infrarot-Bericht Dr. Aron Flickstein